Der lange Weg eines dynamischen Prozesses.
Es ist schon erstaunlich, Zeitzeuge einer Transformation zu sein. Da demonstrieren Menschen u.a. in Frankfurt in der “Occupy Wallstreet” Kampagne und schon werden sie zum Duschen von einer Bank eingeladen. Dies ist sogar von einigen Demonstranten angenommen worden. Wird die Bewegung benutzt? Ja, natürlich wie alles in unserer Konsumgesellschaft.
Wird es eine Übernahme der Bewegung durch andere Gruppen, sei es durch die “Zeitgeist Bewegung” oder auch durch Linke oder Rechte geben? Ich denke nicht. Es gibt Menschen aus allen Gesellschaftsschichten, die auf den “Assembleas” sprechen, dies ist aber auch gut so. Dies passiert mit Glück im Parlament und sollte eben auch auf unseren öffentlichen Plätzen möglich sein. Themen werden im dynamischen Prozess bearbeitet, geboren oder zur Seite gestellt. Die Kommunikation wird außerhalb von Twitter und Facebook wieder neu erlernt.
Dadurch erhält keine Ideologie, kein Wirtschaftsunternehmen die Oberhand. Ein zusammen erarbeiteter ethischer Kodex verbietet die Dominanz von Einzelinteressen. Wer einmal auf einer solchen Versammlung dabei war, weiß, daß zwar jeder reden darf aber auch ganz schnell die Gruppe der Zuhörenden den Fluß der Kreativität regelt. Wer redet, um der Rede willen, nur um sich zu profilieren, bekommt dies über die Gruppe schnell zu spüren und tritt von selbst zurück. Dies funktioniert recht gut. Die Menge hat ein feines Gespür entwickelt, wer da Macht an sich reißen will oder wer konstruktiv seinen Beitrag leisten möchte. Ja, wir leben nicht mehr in den 40ern letzten Jahrhunderts. Die Masse ist emanzipierter und gebildeter, zumindest der große Querschitt der Menschen, die da überhaupt engagiert zu diesen Kundgebungen erscheinen.

