Archive for the ‘Leben, Arbeit und Soziales’ Category

Schulden und Zinsen

Dienstag, September 6th, 2011

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Schaut man sich obige Google Anzeigen an, alle sind sie auf der Suche nach Gewinn. Vielen Menschen, in die Versklavung gezwungen, wird Energie und Zeit ihres Lebens abverlangt: für Zinszahlungen. Staaten geben immer mehr prozentualen Anteil ihres Bruttosozialproduktes für die Zinslast. <KK>

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Beitrag von Klaus Kampe

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Paßt das Geschäftsmodell der Banken noch in unsere heutige Zeit?

1. Intro: Es ist zur Zeit recht schwierig über Geld, Zins und Banken zu reden, da den meisten von uns das Thema, immer wieder neu vorgeführt über unsere Politiker, Talk Shows und Medien, allmählich wohl aus den Ohren tropft. Ich aber meine, wir werden noch solange mit diesem leidigen Thema uns auseinandersetzen müssen, immer wieder den gleichen Chorus hören, bis wir nonkonforme, nicht stromlinienförmige Lösungsansätze realisieren können.

Ich denke, daß das Thema Banken und Zins sehr gut zu unserem früheren Thema “Burn Out” paßt. Über die steigende Geldmenge im Vergleich zum tatsächlich gemeinschaftlich erarbeiteten Bruttoinlandsprodukt, wird das nicht mehr gedeckte, neu geschaffene Geld durch von Banken erdachte Finanzkonstrukte, Zins und Wirtschaftspolitik immer aggresiver und absurder genutzt. Dies weiter, schneller, höher führt letztendlich zum “Burn Out”, zu Hunger und Krieg. Bei unserer Diskussion über das “Burn Out” Syndrom sprachen wir über die Schwierigkeit einer Preisfindung für ein Bild oder eine anwaltliche Leistung. Ich denke, diese Preisfindungen sind u.a. so problematisch, da nicht wie zur Zeiten des Tauschhandels nur ein individueller Wert und Gegenwert getauscht werden muß, sondern die zusätzliche Last von Margen und Zins der durch die bei der Produktion beteiligten gewinnorientierten Banken, hinzu kommt. Das Individium wird benutzt vom “monitären Apparat” und den auf der Mauer lauernden “Leistungsabschöpfern”.

Dieser Text besteht nun aus 3 Strängen, die mir wichtig sind, das sind:

A. Schulden und Zinsen

B. Geld aus Luft

C. Gemeinwohl Bilanz

Diese Seite “Schulden und Zinsen” ist gegliedert in:

01. Intro

02. Schulden und Zinsen

03. Wie verdient Ihre Bank ihr Geld

04. Ethische Banken

05. Wachstumsdruck durch Zinsen — Zinsen und Inflation

06. Die Verschuldung in der EU

07. Die Verschuldung Global

08. Zukunft der Kredite, der Sparguthaben und des Zinses

o9. Historische Zinsverbote

10. Regionalgeld: Der Chiemgauer, Potsdamer Havelblüten, der Sterntaler, der Urstromtaler.

Nun aber zum Thema:

2. Schulden und Zinsen.

Zinszahlungen auf Schulden nehmen Dimensionen an, die nicht mehr zu schultern sind. Überproportional wird Geld aus den nationalen Haushalten entwendet. Es fehlt daher an Geld für Schulen, Krankenhäuser und Sozialversicherungen.

Es ist nicht ohne weiteres ersichtlich, warum ein Zins über 3% notwendig sein sollte. Es gibt eine gesetzliche Regelung bei Geschäftsbanken, eine 10%ige Mindestreserve für an seine Kunden gewährten Buchgelder, also Kredite, auf einem Zentralbankkonto zu hinterlegen. Für einen gewährten Kredit von z.B. über 10.000,- Euro muß die Bank also auf ihrem Zentralbankkonto 1000,- Euro tatsächlich besitzen. Die restlichen 9000,- Euro werden nur gebucht, sie existieren garnicht. Hierfür verlangt die Bank aber Zinsen. Wie darf es aber sein, daß jemand für eine garnicht erbrachte Leistung Geld nehmen kann?

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Wem nutzt eigentlich die jetzige Geldwirtschaft? Viele würden vielleicht antworten, dem der dafür gearbeitet hat und der im Tausch dann schnell und einfach über Geld be(ent)lohnt wird. Dies ist aber falsch. Den meisten Nutzen bringt es denen, die es verteilen und damit aus dem aus einer Schuld neu geschöpften Geldes und des damit verbundenen Schuldenzinses an jeder Arbeit, an jedem Projekt des Kreditnehmers verdienen.

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Geld war zunächst einmal eine Vereinfachung des Tauschhandels. Geldmünzen ergaben einen Indikator für den Wert einer Ware in Form einer Zahl. Geldmünzen boten hier einen gewissen Gegenwert in der Münze an sich. Beim Papiergeld war das schon anders, der Gegenwert im Papier selbst war nicht mehr gegeben. Zunächst waren Goldreserven als sicherer Gegenwert vorgeschrieben, diese wurden dann später aber aufgegeben. Die Verpflichtung zur Lagerung von Goldreserven waren auch als Regulativ gegen zu schnelles und einfaches Geld drucken gedacht, da Gold eben nicht so schnell zu verfielfältigen ist.

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aCampada Berlin -- Foto: Klaus Kampe

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3. Wie verdient die Bank ihr Geld

Ich möchte hier garnicht auf den Derivatehandel und konstruirte Wertpapiere eingehen. Hier soll das Augenmerk auf dem Einnahmezins liegen. Wenn 10 Leute auf einer Insel 100 Euro erhalten und der Geldgeber, der das Papier gedruckt und in Umlauf gebracht hat, nach einem Jahr 5% Zinsen Aufschlag verlangt, scheint dieses nur fair. Ist dieses aber wirklich fair? Beim Beispiel dieser 10 Menschen auf dieser Insel, die also jeder 100 Euro erhalten haben und nun zusammen 10000 + 500 Euro Zinsen zurück zahlen müssen, woher soll der Einzelne eigentlich die 50 Euro nehmen, es gibt ja eigentlich nur 10000 Euro im Umlauf. Man muß also dem anderen etwas wegnehmen, um den Zins zahlen zu können. Nun kann man Geld nachdrucken, dieses bedeutet aber immer eine Schuld und das Geld wird ohne Leistung erzeugt, quasi “Geld aus Luft”. (Ausdruck von Franz Hörmann, Wirtschaftsuniversität Wien)

Ein Handwerker, ein Dienstleister verlangt eine gewisse Summe für seine Arbeit. Er schafft etwas, z.B. ein Haus. Was erbringt eine Bank aber an Leistung? Für ein Bankgeschäft braucht man eine Buchführung und einen Schuldner und fertig ist das lukrative Geschäftsmodell. Der Kreditnehmer muß den Wert schaffen und darüber die Zinsen erwirtschaften. Abverlangt wird ihm zudem eine dingliche Sicherung, also das Haus. Der Wert der Zinsen wird der normalen Wirtschaft erst einmal entzogen. Der Kreditnehmer kann mit diesem von ihm zu zahlenden Zinsgeld kein reales Gut erzeugen, keinen Handwerker beschäftigen.

Ein Hausbesitzer bezahlt für sein neu gebautes Haus, sagen wir einmal 300.000,- Euro. Diese Summe ist für das Grundstück, Material, Handwerker. Dann, bei einer 20-jährigen Laufzeit eines Kredites bei dinglicher Absicherung, muß der Hausbesitzer noch einmal ca 100% für die Bank entrichten, also noch einmal 300.000,- Euro, dies für eine Kreditprüfung, Wertgutachten, einem möglichen Kreditausfall und für die Kosten der Administration. Diese Kosten liegen aber bei einem Vorgang über 300.000,- Euro bei ca 10.000,- Euro und nicht 300.000,- Euro. Hier würde also der fällige Zins, selbst bei Endfälligkeit der Tilgung, im Jahr ca 650,- Euro betragen. Bei heute üblichen Hypothekenzinsen von 5% fällt aber eine jährliche Zinszahlung von über 15.000,- Euro an.

Jetzt wird gesagt, die Bank erbringe auch eine Leistung und habe ein Risiko. Hierfür sollte sie aber dann auch ganz normal über Gebühren entlohnt werden. Was aber bitteschön hat die erhobene “prozentuale” Gebühr auf eine zu überweisende Geldsumme bei einer Geldüberweisung von einem Land in ein anderes mit Fairness zu tun? Was bitteschön soll die Teilhabe von 5% an jeder erbrachten Leistung, wo die Bank doch selbst erst einmal gar keine Leistung, außer der Erstellung von einem virtuellen Buchungssatz, erbracht hat?

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Fabian, Gib Mir Die Welt Plus 5 Prozent,

ein hervorragender Zeichentrickfilm zur Erklärung von Geld- und Bankenwesen

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4. Ethische Banken

Ein erster Schritt aus der Schockstarre ist einmal die allgemeine Akzeptanz von ethischen Banken. Diese Banken hatten in der Krise 2008 und jetzt auch nie Probleme. Sie mußten nicht unterstützt oder “rekapitalisiert” werden. Als Beispiel sei die “GLS“, “Bank, Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken” in Bochum genannt. Diese legt ihre Schwerpunkte auf Transparenz, auf nachhaltiges und ökologisches Wirtschaften. Sie sind nicht auf hohe Rendite aus, sondern sie investieren in echte Wirtschaft. Hier wird jeder Kreditnehmer und die Kreditbeträge veröffentlicht. Die ethischen und ökologischen Richtlinien bei der Einsetzung ihres Kapitals, und die niedrige Zinserhebung an besonders förderungswürdige Unternehmen schaffen echten Mehrwert. Und es gibt sogar GLS Kunden, welche auf Grund ihres Vermögens genug haben, um gut zu leben und dabei nicht dem “Renditewahn” verfallen sind. 12% der GLS Anleger verzichten auf Grund der ethischen Arbeitsweise der Bank gänzlich auf ihre Zinsen. Dieses Geld erhalten dann besonders förderungswürdige Unternehmen.

“Es ist ein Missverständnis, dass Banken Geld verdienen müssen”, sagt der Vorstandsvorsitzende der GLS. “Wir wollen das Kernbedürfnis befriedigen, den Geldtransfer zu regeln, Geld aufbewahren, Kredite ausreichen”.

Andere alternative Banken sind die Triodos Bank und die Ethik-Bank. Attac ruft zur Krötenwanderung auf, eine Initiative zum Bankenwechsel.

5. Wachstumsdruck durch Zinsen — Zinsen und Inflation

Die realen Wirtschaftleistungen eines Staates, das BIP, bilden mittlerweile keinen Gegenwert mehr zu den Spareinlagen. Die Sparrate überflügelt immer mehr die Wachstumsrate. Zinsen werden aber aus der Wirtschaftsleistung bedient. Hier ein Vergleich: Ist das Geldvermögen 100 mal so groß wie die reale Wirtschaftsleistung, bräuchte es das gesamte BIP, um das Geldvermögen - nominell - mit einem Prozent zu verzinsen.

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43 Billionen Euro produziert die Welt an Gütern in der Realwirtschaft. — 440 Billionen werden außerhalb der Börsen ohne Aufsicht auf den Finanzmärkten gehandelt. — Der Handel mit Währungen beträgt 733 Billionen. All dies sucht Rendite.

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6. Die Verschuldung in der EU

Über die Erichtung einer EU geförderten Subventionspolitik, haben manche Personen die Geldtöpfe der EU mißbraucht, um ihre Geschäfte zu machen. Z.B. Autobahnbau in Portugal, auf der nur wenige Autos pro Tag fahren. (Noch nicht einmal jeder Portugiese besitzt ein Auto.) Das 40% (Eigenkapital) zu 60% (Subventions) Modell einer EU Förderung verleitet manchen Bürgermeister, Landesfürsten usw. Projekte anzuschieben, welche einen kommunalen oder auch staatlichen Haushalt schnell überforden. Das einzulösende Eigenkapital wurde auch oft nur über Kredite finanziert, so daß die Rückzahlung aller Verpflichtungen über die zu saldierenden Zinsen unmöglich gemacht wurde. Viele Länder wie z.B. Portugal sind garnicht in der Lage, gemäß ihres realen Wirtschaftseinkommens hier die Zins- und Schuldlast zu begleichen, außer man privatisiert kollektiv erarbeitete Staatsunternehmen. Und hier liegt der Hase im Pfeffer, dies ist das Ziel der Kosmokraten. Es geht um die Privatisierung staatlicher Einrichtungen und nicht um die Entschuldung von Staaten oder auch Personengesellschaften, sondern vielmehr um regelmäßige Zahlungen von Zinsen und Aneignung von historisch kollektiv erarbeiteten Unternehmen wie z.B. Post, Bahn usw. Es ist eine Mär, bei der Privatisierung von z.B. Wasser, eine Verbesserung für den Verbraucher zu garantieren. Der totale Gegensatz ist der Fall: Ein kostenloses Produkt der Natur wird hier in den Besitz wohlhabender Menschen überführt.

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Die horrende herumvagabundierende Geldmenge, welche ein Vielfaches der von der Welt erarbeitetem realen Bruttosozialprodukt entspricht, dieses Geld sucht Rendite. Bei einer zu groß angelegten Subvention über die EU in ein armes Land oder bei einem zu gierigen Investmentbanker ist es wie bei einem Drogenhändler, der seine Kunden anfixt und sie zu Junkies werden läßt. So wachsen und wachsen die Schulden.

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Ein weiteres Beispiel ist z.B. eine Niedrigsteuer Politik für Unternehmen in Irland, welche zunächst neue Unternehmen in das Land brachte, Irland aber trotzdem in die Krise gehen ließ. Dies zeigt den Irrsinn einer quasi Steuerbefreiung für Unternehmen. Die zur Zeit von den Deutschen geforderte Kapitalertragssteuer von 0,01% bzw. 0,05% wird von Lobbyisten in der Luft zerissen. Das Horror Szenario wird beschrieben: Die Investoren gehen in ein anderes Land. Meine Güte, die Welt ist klein. Selbst China hat eine Kapitalertragssteuer von 0,1% eingeführt.

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Übrigens, viele haben vergessen, daß es in Deutschland in den 80ern bereits eine Kapitalertragssteuer bereits gegeben hat. Diese hieß bloß Börsenumsatzsteuer und wurde 1991 unter Helmut Kohl abgeschafft. Auch das oft geforderte Trennbankensystem, welches das Kunden- und Investmentgeschäft der Banken trennen möchte, wurde in den USA nach der großen Krise eingeführt und unter Clinton wieder abgeschafft, bekannt als Glass-Steagull Act, 1932.

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7. Die Verschuldung Global

Staaten der Dritten Welt investieren einen Großteil ihres Bruttosozialproduktes in die Zinslast ihrer Schuldenrückzahlung. “Im Jahr 2005 belief sich die öffentliche Entwicklungshilfe der Industrieländer des Nordens für die 122 Länder der Dritten Welt auf 58 Milliarden Dollar. Im selben Jahr haben die Länder der Dritten Welt den Kosmokraten der Banken des Nordens 482 Milliarden Dollar als Schuldendienst überwiesen.” (Jean Ziegler, Uno Beauftragter der UNO)

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Schon eigenartig, es gibt in Deutschland nur 3,5 Millionen Aktienbesitzer und voll sind die Medien mit deren Interessen.

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8. Zukunft der Kredite, der Sparguthaben und des Zinses

In Zukunft wird es keine Kredit- und Sparzinsen mehr geben, die über 3-4 % gehen. Ein Ausgleich leicht über der Inflationsrate ist am Anfang vielleicht noch möglich. Das Zinsmodell wird abgelöst über eine Kreditgebühr, welche die Kosten der Bank sowie einen Ausgleich der Inflation begleicht. Die Zeiten der Slogans: “Lassen Sie ihr Geld für sich arbeiten” werden endgültig den Dinosaurieren überlassen. Es wird abgelöst von einem: Schauen Sie hin, was mit Ihrem Geld passiert.”

9. Historische Zinsverbote

Bei in früherer Zeit verordneten Zinsverboten muß man beachten, daß sie nur für die eigene Religionsgruppe, also Islam, Juden, Christen Gültigkeit besaß. Für Fremde galt dieses nicht.

I. Zinsverbot im Islam. Im Koran, dessen Autorität bei Schari’a-Bestimmungen traditionell als unanfechtbar angesehen ist, steht in Sure 3, Vers 130 „Ihr Gläubigen! Nehmt nicht Zins, indem ihr in mehrfachen Beträgen wiedernehmt, was ihr ausgeliehen habt!“ Folglich sind sowohl festverzinsliche Wertpapiere wie Anleihen und Renten als auch Einnahmen von Zinsen aus Girokonten und ähnlichen Bankprodukten ausgeschlossen. Hingegen sind alle Erträge akzeptabel, welche auf einem Handel oder einer Investition in ein bestimmtes Produkt beruhen

II. Zinsverbot im Alten Testament: Levitikus 25,36-37: “Du sollst nicht Zins von ihm [deinem Bruder] nehmen und sollst dich fürchten vor deinem Gott, damit dein Bruder neben dir lebt. Dein Geld sollst du ihm nicht gegen Zins geben, und deine Nahrungsmittel sollst du nicht gegen Aufschlag geben.”

III. Zinsverbot im Neuen Testament. Noch 1745 sagte Papst Benedikt XIV.: “Die Sünde, die usura heißt und im Darlehensvertrag ihren eigentlichen Sitz und Ursprung hat, beruht darin, dass jemand aus dem Darlehen selbst für sich mehr zurückverlangt, als der andere von ihm empfangen hat […] Jeder Gewinn, der die geliehene Summe übersteigt, ist deshalb unerlaubt und wucherisch. Dazu heißt es an einer entsprechenden Stelle im Neuen Testament bei Lukas 6.33-35: “Und wenn ihr nur denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank wollt ihr dafür erwarten? Das tun auch die Sünder. Und wenn ihr nur denen etwas leiht, von denen ihr es zurückzubekommen hofft, welchen Dank wollt ihr dafür? Auch die Sünder leihen Sündern in der Hoffnung, alles zurückzubekommen. Ihr aber sollt eure Feinde lieben und Gutes tun und leihen, auch wo ihr nichts dafür erhoffen könnt. …”

Ein ausdrückliches Zinsnahmeverbot gab es im Mittelalter unter Papst Innozenz III. Martin Luther war auch noch dagegen, Calvin dagegen dafür. Innerhalb der katholischen Kirche wurde das Zinsverbot von Papst Pius VIII. in einem Schreiben vom 18. August 1830 an den Bischof von Rennes aufgehoben.

10. Regionalgeld

es gibt sie schon viele Orte, sei es Potsdamm mit seinen Havelblüten, oder Rosenheim mit seinem Chiemgauer und und und…, wo Regionalgeld eine faire Begegnung leisten möchte.

11. Anhang 01

Staatsverschuldung mal einfach erklärt:

11. Anhang 02

Fragen und Antworten und “Welche Fragen werden gestellt” und “Ich möchte gerne wissen” von Erwin Pelzig.

11. Anhang 03

Ein Viertel unserer Steuereinnahmen geht für Zinsen drauf.

11. Anhang 04

Ein Vortrag von Franz Hörmann: Finanzkrise: Symptom einer Systemkrise?

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Hier ein Brain Storm Pad#Occupy Berlin

zur Zeit:

1. Forderungen / Ziele
1.1 Grundrechte / Verfassung
1.2 Regelung des Finanzmarktes
1.3 Wirtschaftssystem - Dritte industrielle Revolution
1.4 Sozialsystem
1.5 Umwelt
1.6 Politisches System - Echte Demokratie
1.7 Internationale Politik
Unkategorisierte Punkte (Bitte integrieren)
2. Aufklärungsarbeit
3. Organisation
4. Anmerkungen

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Occupy Berlin auf Twitter

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2 Transparente auf der Demo 15Oktober in Berlin:

Die Bank: Lieber Staat, gib mir 8 Milliarden und leihe dann Geld von mir.

<oder>

Ihr habt die Suppe verkocht. Jetzt kochen wir.

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Buchempfehlungen:

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Ökonomisch Humane Essenz

Sonntag, Mai 23rd, 2010

Ökonomische und humane Essenz, gibt es diese Verbindung menschlicher Aktivität? Oder macht die einfache Theorie der liberalen Marktordnung, im Sinne von der Markt wird es schon richten, weitere gerechte und soziale Evolution der Menschheit hinfällig. Fakt ist: Schulden und Schulden und Schulden für Banken und Versicherungen statt Schulen und Schulen und Schulen und faire Löhne. Hat sich der Gedanke der gesellschaftlichen Entwicklung an Parametern wie Produktivität eigentlich rumgesprochen. Wohl nicht, da statt alle Löhne sich an die stetig von Jahr zu Jahr erhöhenden Gewinne von transnationalen Unternehmen sowie Banken anzupassen, werden nur die Boni und Zulagen der Manager angepasst. Dem Rest wird nur stetig die Parole ausgegeben: Gürtel enger schnallen. Und wenn es sich um gar keine so hohe Produktivität handeln würde, höhere Löhne also nicht möglich wären, naja, dann sind auch keine so hohen Ausschüttungen an die Elite möglich.

Fortschreitende Produktivität muß also immer einher gehen mit Beteiligung aller Beteiligten, national wie international. Nun wird keiner bestreiten, daß seit der industriellen Revolution Fortschritte auf mechanischer Ebene erzielt worden sind. Aber warum profitieren hiervon eigentlich immer nur Wenige. (Ich wiederhole alt bekanntes: 500 private Unternehmen auf der Welt verfügen über 52,8 Prozent weltweiter Umsätze — oder Manager verdienen Millionen, Krankenschwestern aber wenig).

Für eine gerechtere Verteilung haben lange Zeit die Gewerkschaften gekämpft, siehe die Lohnanpassungen über Flächentarifverträge in Deutschland, also einem notwendigen Ausgleich zwischen Produktivität, Lohnausschüttung und Inflation einer Nation. Alle haben davon profitiert, auch die Verbraucher hinsichtlich ihres Konsums im Inland, als auch die Unternehmen mit ihrem Absatz im Inland. Manche, deren Augen bei der Aussage: “Wir sind doch Export Weltmeister oder jetzt Vize”, aufleuchten, haben da wohl einiges nicht verstanden. Die Gürtel enger schnallen Parole wird den Karren immer weiter in den Dreck fahren lassen, die Teilnahme aller am Bruttosozialprodukt wird behindert.

Die Aussage, wir würden seit langem über unsere Verhätnisse leben ist nebulös. Erstens: Wer ist “Wir” und zweitens: “wer” lebt denn über seine Verhältnisse? Wer kennt schon genau unseren Haushaltsplan? Wer bekommt denn welche Anteile aus unserem erarbeiteten Topf: Afghanistan Summe: xxxx, IWF: Summe xxxx, Subventionen von Lebensmittelherstellern mit ihrem nach Afrika exportierten Hühnerfleisch usw. usf.

Die Ausgabenseite des Staates, die Aufdeckung mancher korrupter Unternehmen, Beispiel, Diktat der Medikamentenpreise der Pharmacieunternehmen, die Abstufung von Zinshöhen bei Schuldenzahlung aller Staaten sind nur wenige Beispiele für eine mögliche Besserung der Lage.

Verführungskünste der Zinsjäger

Sonntag, Mai 9th, 2010

Die Verführungskünste der Zinsjäger kann man exemplarisch am Beispiel Griechenland 2010 verfolgen und entlarven. Es war in den Ländern wie Chile, Argentinien, Taiwan, Indonesien, Polen, Russland in den letzten 65 Jahren immer das gleiche Spiel. Einschätzung einer katatrophalen Wirtschaftslage, daraufhin neoliberale Rezeptverschreibungen wie mehr Steuereinzug, weniger Sozialleistungen, höhere Preise, Arbeitsstellenabbau, Privatisierung staatlichen Eigentums. Die Verbreitung von Angst und Schrecken gehören hierbei zum Handwerkszeug der Renditejäger. Es hieß immer: Wir müssen den Gürtel enger schnallen, es wird uns erst schlechter gehen aber dann wird alles gut.

Da wird z.B. gesagt, die Alten in Griechenland bekommen zu früh und zu viel Rente. Ja meine Güte, ich freue mich über eine gute Versorgung der Alten. All dieses Geld kommt dem innerstaatlichen Kosum und damit den kleinen Gewerbetreibenden zu Gute. Es ist besser angelegtes Kapital wie Steuergeld in den Internationalen Währungsfond oder in das Miltär oder in eine Rechtschreibreform zu stecken. Dann heißt es, Griechenland hat zu viel Beamte. (Immerhin gibt es in Griechenland überproportional noch viele Staatsbetriebe, wie die Post usw.). Ja meine Güte, lieber die Menschen im Staatdienst, z.B. viele Lehrer statt Arbeitlose auf der Straße. Noch hat Griechenland viele Beschäftigte im Agrar Sektor. Ja meine Güte, darüber freue ich mich. Lieber dort die Arbeitskraft als im destruktiven Finanzsektor.

Daß Griechenland zunächst einmal angefixt worden ist, um sich mit der Krankheit Überverschuldung anzustecken, liegt für mich auf der Hand. Über die EU wurde gutes Geld auch nach Griechenland gegeben. Die Kontrollen und Nachweise über deren Verwendung war mangelhaft. War dies jetzt nur Laxheit der EU, die sonst selbst Gurkenformen konrolliert, oder war es vielmehr die Spieleeröffnung eines Wetteinsatzes. Lasst die Griechen dieses Geld unrentabel anlegen, die Zinszahlungen für dann weiter aufzunehmende Schulden kommen danach regelmäßig, und die Souveränität in der Politik von Griechenland ist dahin. Bankhäuser und Wirtschaftskonsortien können regieren, d.h. stattliche Betriebe privatisieren. (Der Irak Krieg (Ausrüstung/Personal/Infrastruktur) wird z.B. mitllerweile zu einem großen Teil über gigantische private US Firmen geführt. Die Gewinne sind exorbitant).

Schulden und Zins sind von daher excellente Peitschen einer heutigen Finanzelite. Peru wollte sich einmal der Zinszahlung von Schulden entziehen. Ruck Zuck wurden von den staatlichen Behörden auf Wunsch der Gläubiger Schiffe in den Häfen z.B. von Hamburg oder Flugzeuge der peruanischen Airline beschlagnahmt.

Die Auslandsverschuldung der Dritten Welt und der Länder des ehemaligen Ostblocks (Lateinamerika, Afrika, Naher Osten und Nordafrika, Südasien, Ostasien, Ostblock) betrug im Jahre 1980 bei 580 Milliarden Dollar einen jährlichen Schuldendienst (Zinsen und Tilgung) von 90 Milliarden Dollar. 2003 waren es dann schon 2400 Milliarden Dollar Auslandsverschuldung bei einem Schuldendienst von 395 Milliarden Dollar. (Quelle CADTM).

Vortrag zum Thema Finanzkrise

Samstag, August 29th, 2009

Eine volle Version dieses Vortrages finden Sie unter: http://www.williweise.de

Der Vortragende ist ein Kandidat aus dem “Willi Weise” Projekt aus dem Wahlkreis 212-Südpfalz, welcher versucht über die Erst-Stimme Wahlregelung, Einfluß über das Parlament auf unsere Politik zu gewinnen.

Gekommen bin ich auf das “Willi Weise” Projekt nach Studium des Zeitgeist Addendum Filmes. Diese Filmreihe ist komplex und wird von vielen als “Verschwörungstheorie”, “Zionistische Propaganda” usw. in die Schmuddelecke gestellt. Analysiert man Teile aus dem behandelten Spektrum von “Zeitgeist” aber näher, stimmen viele hanebüchenden Beschreibungen leider mit der Realität überein. Man möchte es nicht glauben. Nehmen wir z.B. die Aktivitäten von Weltbank und Welthandelsorganisation: Wenn man diese immergleichen sogenannten “Rettungs- und Hilfsaktionen” von diesen angeblich von der Weltengemeinschaft legetimierten Vereinen an vielen “armen” Ländern, welche aber oft “reich” an Rohstoffen sind, über die Jahre vergleicht, kommt man immer wieder zum gleich traurigen Szenario: Zuerst eine vielversprechende wirtschaftlich reiche Zukunftsdiagnose, wenn denn über die vergebenden Kredite der entsprechenden Banken bestimmte Regeln befolgt werden. Und die erste Regel war: Verkauf von im Staatsbesitz befindlicher Schlüsselindustrien und Staatsresourcen ( z.B. Öl, Kupfer, Wasser) an Private. Das Versprechen war, wenn ihr dieses macht, erfolgt die Bereinigung der galoppierenden Inflationen und allen wird es gut gehen. Beachten Sie: Schulden und Inflation sind analog explosive Bomben im Arsenal der ökonomisch verbildeten Elite.

Sie glauben es nicht? Recherschieren Sie die Privatisierungsorgien der neoliberalen Friedman Anhänger (Chicago Boys), welche über einflussreiche Berater in all diesen Ländern in vorderster Front ihre Prioritäten zu geltendem Recht münzten: Chile, Bolivien, Argentinien, England, Polen, Südafrika, Russland und viele mehr.

Dem “Willi Weise” Projekt wird nun von manchen vorgeworfen, sie seien ein “Scientologie” Verein, weil sie z.B. eine öffentliche Publikation der Einnahmen der Mitglieder fordern. Meine Güte, Transparenz und Ehrlichkeit ist ein langer Wunsch von uns. Milliarden kann ich erben aber nicht auf ehrliche Art und Weise verdienen. Milliarden brauche ich nicht, meine Miete ist teuer aber läßt sich deckeln über 18.ooo Euro im Jahr. Arbeiten und Wohnen unter einem Dach.

Zurück zu “Willi Weise”. Die Mitte (SPD und CDU) sagt nichts mehr, verhält sich opportonistisch und lügt zwecks Machterhalt sogar in vielen Dingen. Linke und Rechte, obwohl in manchen Dingen Verbündete, bekämpfen sich. Der Streit soll treiben, wird aber benutzt in den Faben seiner Emotion und psychologischer Irretation. Wer ist der Nutzer? Wenn alle erkennen, daß wir alle die Nutzer der gemeinsam erarbeiteten und verschenkten Resourcen sind, wird uns unsere Entwicklung in eine neue Zeit katapultieren.

GPC

Selbsthilfe ohne Bankengunst

Mittwoch, August 26th, 2009

Nachdem, was man so hört, sind die Banken sehr zögerlich bei der Kreditvergabe geworden. So mancher bekommt kein Geld mehr. Tja, dann nehmen wir von denen eben keines mehr.

Die Kommune Quickborn ist ein gutes Beispiel dafür, daß wir sogar besser ohne das Bankengeld fahren. Statt sich teure kommunale Kassenkredite mit 4,5% Zinsen für die Zwischenfinanzierung von Bauprojekten für Schule und Feuerwehr zu besorgen, hat die Gemeinde direkt bei ihren Bürgern nach Geld gefragt und bei einem Zinsangebot über 3% über 1 Jahr, binnen weniger Tage, 4 Millionen Euro zusammenbekommen. Der Verwaltungsaufwand war minimal.

Dieses positive Beispiel kommunaler Selbstverwaltung hat aber gleich die Banken auf den Plan gerufen. So spricht der Bundesverband Deutscher Volks- und Raiffeisenbanken von einem unerlaubten Geldgeschäft und auch die Bankenaufsicht Bafin wird nun nach angemeldeter Bedenken der Deutsche Bank, eine rechtliche Bewertung vornehmen.

Es wird spannend wie das Recht entscheidet. Die Banken werden lernen, daß Kreditvergabe ihr Tagesgeschäft und eigentlich ureigenstes Metier ist. Sie müssen uns jetzt was bieten. Wir werden lernen, daß wir sie eigentlich nicht brauchen. Das Quickborner Beispiel ist erst der Anfang. Über das Internet werden sich Kontakte, auch für private Kredite, immer mehr verbreiten.

Leben, Arbeit und Soziales

Donnerstag, Juli 30th, 2009

Angst und Kontrolle: Unsere Gedanken werden mit Angst und Verderben brüskiert. Unfälle auf der Straße und auch auf Leitern soll es viele geben, doch die meisten Menschen hatten solch einen Unfall noch nicht. Ich gehe auch nicht in ein Hochhaus, um hier über ein ein fliegendes Flugzeug drangsaliert zu werden. Die Möglichkeit Opfer eines Atentates krimineller oder revolutionärer Gruppen zu werden, ist geringer, als von der Leiter zu fallen und geringer, als ein Opfer des Straßenverkehrs zu werden. Trotzdem werde ich immer heftiger geschubst über die “Verteidiger der Freiheit”. Sie wollen Daten, Daten und nochmals Daten von mir und schränken meine gewährten Grundrechte immer weiter ein. Sie wollen mich einordnen, kategorisieren und kontrollieren in der Einschränkung meiner informationellen Selbstbestimmung, der Unverletzlichkeit meiner Wohnung oder des Post- und Fenmelde- sowie des Bankgeheimnisses und der Weichspülung des Datenschutzes. Sicherheitshalber wird auch gleich meine mögliche kriminelle Energie angedacht und ich werde mit allen möglichen üblen Gedanken konfrontiert, um dann willfährig meine physikalische Existenz in Form von Fingerabdrücken zu beglaugigen. Nein, dafür bin ich nicht zur Wahl gegangen und dafür haben die Gründungsväter des Grundgesetzes nach all ihren bitteren Erfahrungen des Gewaltenmißbrauches nicht gekämpft. Diese haben dafür gekämpft: Erst der Bürger, dann der Staat und nicht erst der Staat und dann der Bürger, für Gewaltenteilung und gegen zu große Machtkonzentrationen, egal in welcher Hand.

Afghanistan: Das Wort Krieg wird in Afghanistan vermieden. Es heißt Konfliktbereinigung und viele schöne Worte werden um die angerichteten Blutbäder errichtet. Freiheit, Brüderlichkeit und Gerechtigkeit bitte erst Zuhause und wenn man es dann erreicht hat, folgen andere auch ohne Zwang

Schon 1875 beschreibt der Neuruppiner Theodor Fontane während seiner Tätigkeit als Auslandskorrespondent in London über den katastrophalen Ausgang der ersten der drei anglo-afghanischen Kriege (1839-1842) eine Ballade “Das Trauerspiel von Afghanistan“.

Christiania und Ungdomshuset sind zwei geografisch deffinierbar freie vom Staat nicht regulierte, von Autonomen erarbeitete Zonen in Dänemark, welche nicht im Sinne von “Privat”, sondern im Sinne von “kollektiver organisatorischer Vision”, also einem “kollektiv erarbeitetem Gemeinschaftseigentum” positioniert werden und gegenüber Dummschwätzern aus den etablierten Parteien immer wieder verteidigt werden. Das einzige, was jene Aktivisten wünschen ist: Eine mietgünstige Parzelle, ein kostenfreier Brunnenanschluss und keine die Luft oder Wasser verschmutzenden Betriebe um einfach und frei leben zu können. Da dies zur Zeit leider noch Sciene Fiction ist: hier der Kampf z.B. in Kopenhagen.

Aus unserer Serie “Film, Wunsch und Neugier” sehen sie hier den Künstler Ettore Petrolini in Aktion

Verstaatlichung, Autos und Banken

Freitag, Februar 20th, 2009

Erstaunlich ist das Gezanke um das Wort “Verstaatlichung”. Seit Bundeskanzlerin Merkel diese Option ausgesprochen hat und das Ganze in ein Gesetzt gegossen worden ist, staune ich.

Eigentlich ist die Möglichkeit einer Verstaatlichung im Krisenfall schon im Grundgesetz vereinbart worden. Zur Zeit des rheinischen Kapitalismusses, in der Arbeitsplatzsicherung und sozialer Frieden vor Rendite und Shareholder Value stand, ist solch eine Option nie wirklich gebraucht worden. Es gab auch alternative Ansätze wie Arbeitermitbestimmung oder Betriebsanteile für Beschäftigte. Es handelte sich eben um eine “soziale” Marktwirtschaft, ausgewogen in den Interessenlagen von Arbeitern, Angestellten, Beamten und Arbeitgebern.

Geplärre von FDP und Arbeitgeberverbänden bei der Diskussion über “Verstaatlichung” und Statements wie, “wir wollen keine DDR mehr” ist bloßer Mißbrauch von Emotionen und Unwissenheit. Auch, daß Eigentum verpflichtet, steht bereits im Grundgesetz. Ich weiß, viele haben es vergessen. Das Killerargument aber, daß ausländische Investoren bei Verstaatlichung von Banken oder anderen Unternehmen in Deutschland nicht mehr investieren werden, ist ein Irrglaube. Geschäfte werden, wo immer sie Rendite bringen, abgeschlossen, und ein Grundsatz der Ökonomie ist und bleibt, daß natürlich ein Geschäft auch mal platzen kann. Früher wurde gesagt, daß solch ein Risiko den manchmal hohen Gewinnanteil eines Unternehmers rechtfertigt, er muß halt ständig investieren und für schlechte Zeiten vorsorgen, selbst Staaten mußten eine Reserve an Gold als Sicherheit für Krisen im Keller bunkern. Heute wird wieder mit der Angst gearbeitet und behauptet, daß ein Domino Effekt bei einer Pleite eines Unternehmens andere Unternehmen gleichfalls untergehen lassen werde. Wo sind all die Vertreter aus der “Chicago Boys” Schule, die auf der ganzen Welt den Markt frei von staatlichen Mechanismen der Regulierung betrieben haben wollten?

Eine Übersättigung des Marktes an bestimmten Produkten erfordert die Realisierung neuer Produkte. Das Auto, nun über hundert Jahre alt, hat damals zu Zeiten einer halbierten Bevökerungsdichte und fehlenden Schienenverkehrs enormen Schub gebracht. Im Jahre 2008 sollten wir mehr Geld in ein Projekt wie Masdar-City, einem Pilotprojekt, einer autofreien Stadt in den Vereinigten Arabischen Emiraten stecken. Individualverkehr wie wir ihn kennen, ist zum Untergang verurteilt, auch wenn in Zukunft über sich zunehmende entwickelnde Kompexität und der damit einhergehenden Preiserhöhung eines Automobils, erst einmal ein einfacheres und günstigeres Auto sich verbreiten wird. Autos sind in Zukunft einfach überflüssig in einer Stadt wie Masdar-City, gebaut nach Plänen von Sir Norman Foster.

Irritiert bin ich auch immer wieder über die Verunglimfung eines großen deutschen Denkers wie Karl Marx. Dieser Mann hat zur Zeiten der Industrialisierung, zur Zeiten der Dampfmaschine einen sehr großen “Input” für folgende Denker gegeben. Das Argument, der Sozialismus nach Marx sei mit der DDR gestorben, welch eine kurzsichtige Überlegung. Zur Zeiten von Marx gab es viele große Denker, die mit Ideen spielten und vernetzten. Welche Denker und Ideen hat das Land heute, um alte und neue Ideen und Träume neu zu realisieren. Der Mensch hat in seinem Umfeld mittlerweile eine große “Wissensbasis” geschaffen und mit zunehmender Vernuft und Attributen der geschichtlichen Erfahrungen, sowie Einbindung von Kommunikatoren wie Aristoteles über Voltaire, Gandhi über Marx bis hin zu heutigen Visionären, läßt sich ein großes vernünftiges experimentelles Umfeld schaffen. Aber bitte nicht auf das Auto hoffen, welches uns wohl noch in 200 Jahren Lohn und Brot liefern soll.

Gut, jetzt wurde in den zurückliegenden Jahren übermäßig viel Gewinn erzielt. Jeder weiß, daß es gute und schlechte Zeiten gibt und jeder weiß, daß bei falschen oder zu risikobehafteten Geschäftsstrategien das Geschäft an die Wand gefahren werden kann. Jeder weiß auch, daß durch fehlendes Haftungsrisiko der agierenden Finanzdienstleister und wegen ihrer absurden vertrackten Vertragskunstwerke frei nach “des Kaiser’s neue Kleider” auf der Basis des tiefen Mythos auf Recht (Vertrag) und Gesetz ein unehrliches, in den Versprechen unhaltbares Terrain entstanden ist. Eine Renaissance des Sozialstaates mit seiner Verantwortung für die Schwachen, ist nun auch von der Wirtschaft als Geldgeber entdeckt worden. Natürlich ist das nicht neu, Investionen wie z.B. Ausbildungs- und Entwicklungsbudgets, Fördergelder usw. sind immer schon in Anspruch genommen worden. Die Geschichte heute will diesen Geldtopf jetzt auch nur für Unternehmen intensiver als Geldquelle nutzen, seit der kleine Aktien und Fondanleger seit der überzogenen Absahnung seines Erwirtschafteten, nun sein Geld zurück hält.

All dieses angeblich “Stabilität stützende Geld” wird vom Staat, also uns, zusätzlich aus der Tasche gezogen. Ein schönes Monopoly Geschäft.

Regulierung und Transparenz.

Dienstag, Februar 17th, 2009

Es wird viel geredet über Transparenz und Regulierung um die Finanz- und Wirtschaftskrise zu bändigen. Wir sollen diesmal nicht nur den Gürtel enger schnallen und mehr arbeiten und leisten, nein, auch der Markt der Finanzdienstleister und Wirtschaftsunternehmen soll diesmal einer Kontrolle unterworfen werden, um das Boot wieder flott zu machen. Vernünftige Rahmenbedingungen werden besprochen.

Was ist aber, wenn zu gewünschten Regularien kontraproduktiv durch Lobbyisten und deren Vertreter die Rahmenbedingungen gesetzt werden.

Beispiel: Transparenz und Offenlegung der Bankgeschäfte wird von Banken, die jetzt Steuergelder banspruchen, gefordert — aber die CSU will nun das Bundesinformationsfreiheitsgesetz des Bundes, welche Bürgern die Möglichkeiet einer Einsicht in die Akten der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und damit in die Geschäfte der Banken, wenn sie denn Steuergelder verwenden, gewähren muß, durch eine Gesetzesänderung wieder verbieten.

Bankenkrise 2008

Dienstag, September 23rd, 2008

700 Milliarden Dollar sollen also noch einmal in den USA über den amerikanischen Steuerzahler in das marode Bankensystem einfließen. Geld soll neu gedruckt bzw. Staatsanleihen an den Mann gebracht werden. Europa soll sich daran beteiligen. Und das Geld, welches in den USA neu gedruckt und in Umlauf gebracht wird, hier hat die Federal Reserve Bank ein Monpol, muß dann auch noch vom amerikanischen Bürger über Zinsen, die die Federal Reseve Bank erhält, finanziert werden.

Einfacher wäre es wohl Soldaten aus Afghanistan und dem Irak abzuziehen und das freigewordene Kapital in einen Nothilfeplan zu stecken.

Aber einfach scheint eben nicht einfach zu sein. Oder ist es doch so einfach, daß der Kapitalismus heutiger Prägung, sich in seiner Krise ständig wiederholt. Ende der 80er erhielten amerikanische Sparkassen, welch durch zu viele Neubauten von Hochhäusern ein Überangebot an Gewerberaum geschaffen hatte und den daraus folgenden Vermietungsschwierigkeiten und fallenden Mietpreisen, Milliardenzuschüsse vom damals amtierenden Busch Senior. In der darauffolgenden Internet Krise wurden wieder aus Spekulationsgründen Millionen in den Sand gesetzt. Kann die Investitionskraft von Geld seine Kraft nur in Intervallen von Zersörung und darauf folgenden Neuanfängen entfalten?

Wahrscheinlich dann, wenn hohe Rendite in nur kurzer Zeit sich vermehren soll. Würde man etwas langsamer und mit Geduld die Dinge sich entwickeln lassen, würde wahrscheinlich ein gesundes Wachstum für alle und nicht wie heute ein krasses System von einigen wenigen Profiteuren und zahlreichen Verlierern sich etabliert haben.

Es kracht im Gebälk.

Montag, Mai 26th, 2008

Arbeit ist Arbeit ist Arbeit, möge man denken. Wir wissen, daß der Broterwerb auf unterschiedlichste Art und Weise betrieben werden kann, und das ist auch gut so. Ungut ist aber, wenn zu viele Menschen nur über ihre Geldanlagen ihre Hände aufhalten. Wenn z.B. ein großer Teil der Nahrungsmittelpoduzenten die Spekulationsgewinne von Spekulanten erwirtschaften muß, um deren an der Börse getätigten Wetteinsätze lohnenswert zu befriedigen, dann ist genug einfach genug.

Die von vielen gepriesene Effizienz bei Übernahme vom Staat aufgegebener Tätigkeitsfelder durch Private, ist ein Trugschluss. So macher raffgierige Manager läßt seinem Unternehmen keine gute Entwicklung. Private können Geld natürlich anlegen, aber angelegtes Geld ohne Spiegelung von realem Mehrwert und nicht nur Gewinnmaximierung, entspricht Casinomentalität. Ethische Regeln sollte man bei Kapitalinvestitionen in Landwirtschaft oder auch Gesundheit, vor renditebringende Erfolge setzen.

Wenn ein Mensch, welcher für die Zeit oder auch Leistung, die er mit seine Arbeit erbringt, über 60% wieder in Form von Steuern an seinen Staat auszahlen muß, ist dies bedenklich. Der Staat hatte zwar bisher auch einige Leistungen dafür erbracht, diese nehmen aber rapide ab. Nehmen wir das Beispiel Arbeitsagentur. Hier wird u.a. der Service einer Sammelstelle von Angebot und Nachfrage für Arbeit verknüpft. Heute ist diese Nutzung auch via Datenbank für jedermann vom Heimrechner möglich. Die hier erfolgte Arbeitseinsparung kann also neu und kreativ eingebracht werden. Hat sich der Staat aus bestimmten Arbeitsfeldern zurück gezogen, können hier Steuergelder gespart oder umgeleitet werden.

Was aber soll die zusätzliche Existenz von privaten Leihzeitarbeiteragenturen? Hier wird nicht nur unnütz vom Lohn abgeschöpft, sondern auch Lohnminderung im Vergleich zu Festangestellten und Tarifaushebelung betrieben. Zu einem Arbeitsverhältnis im nicht selbständigen Bereich gehören nur zwei Parteien: der Arbeitnehmer und der Unternehmer.

Ähnlich ist es bei Sub-, Sub,- Subunternehmenstätigkeiten, sei es im Bereich von Handwerk, IT oder Baugewerbe. Manche Subarbeitnehmer oder auch Subunternehmer schuften hier zu schlechten monitären Arbeitsbedingungen, weil auch hier durch die Verträge der dazwischenliegenden Firmen, zu viel vom Zugewinn eingezogen wird.

Manche fragen, welche Zukunft uns erwartet, vielmehr sollte man fragen, welche Zukunft wollen wir uns erschaffen?