Mittlerweile habe ich einige Leute gesprochen, die sich ein wenig lustig über die “Demokratie Jetzt”, “aCampada Berlin” oder “#OccupyBerlin” Bewegung machen. Manche finden diese Bewegung naiv und fordern eine parlamentarische Auseinandersetzung über unsere gegenwärtigen Probleme. Gut, jeweils 5000 Demonstranten in Frankfurt oder Berlin sind nicht viel, aber um hier einmal den Begriff vom Hebel zu benutzen, die Kraft über die Bilder und Aussagen der jungen Leute ist immens. Unser Parlament bekommt hierüber zusehends Druck, auch weil diese Demonstranten von überallher aus den verschiedensten Lagern, Zustimmung bekommen. Es gibt Zugzwang zum handeln und nicht mehr nur “alternativlose Zustände”. Der reale, nichtvirtuelle, öffentliche Marktplatz ist wiederendeckt worden, und es kann wieder zusammen mit anderen Menschen gedacht und diskutiert werden. Was hier viele wieder neu lernen müssen: Geduld und Zeit, dem anderen zuhören. Manche Vorschläge implementieren vielleicht erst einmal keine Lösung; dadurch, daß man aber keine fertigen Muster anbietet, wird über Phantasie, Kreativität und Toleranz ein Fundament gebaut, und es kann Vertrauen, welches man für jedes Zusammenleben braucht, wiedergewonnen werden.
Der 15 Oktober 2011 auf der Welt
Die globalen Protestkundgebungen auf der Welt am 15.Oktober 2011 waren ein großer Erfolg und sind der Anfang von etwas Neuem.
Hier ein Film von der Berliner Demonstration:
aCampada Berlin
In Berlin auf dem Alexanderplatz gibt es jetzt seit August 2011 eine aCAMPAda Aktion: “Mehr Demokratie JETZT”. Die Bewegung hat sich in Anlehnung an die in Madrid im Mai abgehaltene Versammlung “aCampada Sol” den Namen “aCampada Berlin” zugelegt. Aktuelles hierzu auf Twitter. […mehr]
oder in Washington (Stop the machine) oder mit dem großen europäischen Marsch der Empörten nach Brüssel (-//-Twitter) vom 07.10.2011 - 15.10.2011. Bei allen Aktionen wird versucht, dem jetzigen Wirtschafts- und Finanzssystems die Stirn zu bieten. In Berlin geht eine Demonstration am 15. Oktober (15O) vom Neptunbrunnen vor dem Roten Rathaus um 13.00 Uhr los, zieht dann zum Brandenburger Tor und dann zum Kanzleramt. […mehr]
Auch in Frankfurt gibt es eine Demonstration am 15.10.2011 um 13.00 Uhr von der Zeil zur EZB. Das Europäische Attac Netzwerk und die Democracia Real Ya aus Spanien haben u.a. hierzu aufgerufen.
Hier ein Video von moxnews.com zu Forderungen von “Occupy Wall Street”.
Der Oktober 2011 in den USA
Naomie Klein im Gespräch auf dem Liberty Plaza: “Es gibt keine ökonomische Krise, es gibt nur Probleme in der Verteilung.”
Wie auch in Berlin auf dem Alexanderplatz sind in New York auf dem Liberty Plaza Ansprachen mittels technischer Möglichkeiten wie Lautsprecher oder Megaphonen verboten. So hat sich dann die mantrahafte Wiederholung im Chor von kurzen Sätzen eines Redners durch die umstehenden Menschen mit dem Zweck, sie auch weiter entfernten Menschen zu Gehör zu bringen, entwickelt. So entstehen Echos von Sätzen.
Die neuen technokratischen Regierungen in Griechenland und Italien zeigen welch Geistes Kind die nichtgewählten Monti’s (ehemaliger EU Kommisar und Berater von Goldman Sachs*) und Papademos’ses (ehemaliger Chef der griechischen Zentralbank und später Vizepräsident der EZB), eingesetzt über die Finanzindustrie, sind. Es sollen die Experten sein, die nun richten sollen, was EZB (Mario Draghi), IWF (Christine Lagarde), EU Kommission (Jos’e Manuel Barosso) uns als Lösung der Krisen verkaufen wollen: Sparen und Wachstum.
Dabei sind beide Rezepte nur die Empfehlung weiterzumachen wie bisher, also grober Unfug. Das System der Banken aus Schulden Geld zu machen und die Steuerzahler für den Zins und Zinseszins immer mehr Energie abzugewinnen, muß beendet werden. Für ein Vermögen von sagen wir einmal 1 Milliarde Euro, jährlich sich den Wert über 50 Eigenheime als Zins auszahlen zu lassen, ist Sklavenhalterei. Viele Menschen müssen hart arbeiten, um diese 50 Häuser zu bauen. Alle wissen es, stecken aber die Köpfe in den Sand.
Der alte griechische Ministerpräsident Papandreou wollte zumindest noch eine Volksabstimmung zum Thema Sparpakete abhalten, hat dieses aber wieder ganz schnell auf Druck der Merkel’s und Sarkozy’s vergessen. Eine installierte “Nichtregierung” ist den Kosmokraten ein Modellversuch der Zukunft.
* Es kommt noch schlimmer: Die Regierungsmannschaft von Monti besteht aus Corrado Passera, Minister für wirtschaftliche Entwicklung. Er war zuvor Chef der zweitgrößten Bank Italiens und war zuvor bei McKinsey. Elsa Fornero, Ministerin für Arbeit und Soziales, sitzt im Aufsichtsrat der gleichen Bank. Piero Gnudi, Tourismusminister sitzt im Vorstand des Arbeitgeberverbandes.
Schaut man sich obige Google Anzeigen an, alle sind sie auf der Suche nach Gewinn. Vielen Menschen, in die Versklavung gezwungen, wird Energie und Zeit ihres Lebens abverlangt: für Zinszahlungen. Staaten geben immer mehr prozentualen Anteil ihres Bruttosozialproduktes für die Zinslast. <KK>
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Beitrag von Klaus Kampe
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Paßt das Geschäftsmodell der Banken noch in unsere heutige Zeit?
1. Intro: Es ist zur Zeit recht schwierig über Geld, Zins und Banken zu reden, da den meisten von uns das Thema, immer wieder neu vorgeführt über unsere Politiker, Talk Shows und Medien, allmählich wohl aus den Ohren tropft. Ich aber meine, wir werden noch solange mit diesem leidigen Thema uns auseinandersetzen müssen, immer wieder den gleichen Chorus hören, bis wir nonkonforme, nicht stromlinienförmige Lösungsansätze realisieren können.
Ich denke, daß das Thema Banken und Zins sehr gut zu unserem früheren Thema “Burn Out” paßt. Über die steigende Geldmenge im Vergleich zum tatsächlich gemeinschaftlich erarbeiteten Bruttoinlandsprodukt, wird das nicht mehr gedeckte, neu geschaffene Geld durch von Banken erdachte Finanzkonstrukte, Zins und Wirtschaftspolitik immer aggresiver und absurder genutzt. Dies weiter, schneller, höher führt letztendlich zum “Burn Out”, zu Hunger und Krieg. Bei unserer Diskussion über das “Burn Out” Syndrom sprachen wir über die Schwierigkeit einer Preisfindung für ein Bild oder eine anwaltliche Leistung. Ich denke, diese Preisfindungen sind u.a. so problematisch, da nicht wie zur Zeiten des Tauschhandels nur ein individueller Wert und Gegenwert getauscht werden muß, sondern die zusätzliche Last von Margen und Zins der durch die bei der Produktion beteiligten gewinnorientierten Banken, hinzu kommt. Das Individium wird benutzt vom “monitären Apparat” und den auf der Mauer lauernden “Leistungsabschöpfern”.
Dieser Text besteht nun aus 3 Strängen, die mir wichtig sind, das sind:
Zinszahlungen auf Schulden nehmen Dimensionen an, die nicht mehr zu schultern sind. Überproportional wird Geld aus den nationalen Haushalten entwendet. Es fehlt daher an Geld für Schulen, Krankenhäuser und Sozialversicherungen.
Es ist nicht ohne weiteres ersichtlich, warum ein Zins über 3% notwendig sein sollte. Es gibt eine gesetzliche Regelung bei Geschäftsbanken, eine 10%ige Mindestreserve für an seine Kunden gewährten Buchgelder, also Kredite, auf einem Zentralbankkonto zu hinterlegen. Für einen gewährten Kredit von z.B. über 10.000,- Euro muß die Bank also auf ihrem Zentralbankkonto 1000,- Euro tatsächlich besitzen. Die restlichen 9000,- Euro werden nur gebucht, sie existieren garnicht. Hierfür verlangt die Bank aber Zinsen. Wie darf es aber sein, daß jemand für eine garnicht erbrachte Leistung Geld nehmen kann?
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Wem nutzt eigentlich die jetzige Geldwirtschaft? Viele würden vielleicht antworten, dem der dafür gearbeitet hat und der im Tausch dann schnell und einfach über Geld be(ent)lohnt wird. Dies ist aber falsch. Den meisten Nutzen bringt es denen, die es verteilen und damit aus dem aus einer Schuld neu geschöpften Geldes und des damit verbundenen Schuldenzinses an jeder Arbeit, an jedem Projekt des Kreditnehmers verdienen.
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Geld war zunächst einmal eine Vereinfachung des Tauschhandels. Geldmünzen ergaben einen Indikator für den Wert einer Ware in Form einer Zahl. Geldmünzen boten hier einen gewissen Gegenwert in der Münze an sich. Beim Papiergeld war das schon anders, der Gegenwert im Papier selbst war nicht mehr gegeben. Zunächst waren Goldreserven als sicherer Gegenwert vorgeschrieben, diese wurden dann später aber aufgegeben. Die Verpflichtung zur Lagerung von Goldreserven waren auch als Regulativ gegen zu schnelles und einfaches Geld drucken gedacht, da Gold eben nicht so schnell zu verfielfältigen ist.
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aCampada Berlin -- Foto: Klaus Kampe
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3. Wie verdient die Bank ihr Geld
Ich möchte hier garnicht auf den Derivatehandel und konstruirte Wertpapiere eingehen. Hier soll das Augenmerk auf dem Einnahmezins liegen. Wenn 10 Leute auf einer Insel 100 Euro erhalten und der Geldgeber, der das Papier gedruckt und in Umlauf gebracht hat, nach einem Jahr 5% Zinsen Aufschlag verlangt, scheint dieses nur fair. Ist dieses aber wirklich fair? Beim Beispiel dieser 10 Menschen auf dieser Insel, die also jeder 100 Euro erhalten haben und nun zusammen 10000 + 500 Euro Zinsen zurück zahlen müssen, woher soll der Einzelne eigentlich die 50 Euro nehmen, es gibt ja eigentlich nur 10000 Euro im Umlauf. Man muß also dem anderen etwas wegnehmen, um den Zins zahlen zu können. Nun kann man Geld nachdrucken, dieses bedeutet aber immer eine Schuld und das Geld wird ohne Leistung erzeugt, quasi “Geld aus Luft”. (Ausdruck von Franz Hörmann, Wirtschaftsuniversität Wien)
Ein Handwerker, ein Dienstleister verlangt eine gewisse Summe für seine Arbeit. Er schafft etwas, z.B. ein Haus. Was erbringt eine Bank aber an Leistung? Für ein Bankgeschäft braucht man eine Buchführung und einen Schuldner und fertig ist das lukrative Geschäftsmodell. Der Kreditnehmer muß den Wert schaffen und darüber die Zinsen erwirtschaften. Abverlangt wird ihm zudem eine dingliche Sicherung, also das Haus. Der Wert der Zinsen wird der normalen Wirtschaft erst einmal entzogen. Der Kreditnehmer kann mit diesem von ihm zu zahlenden Zinsgeld kein reales Gut erzeugen, keinen Handwerker beschäftigen.
Ein Hausbesitzer bezahlt für sein neu gebautes Haus, sagen wir einmal 300.000,- Euro. Diese Summe ist für das Grundstück, Material, Handwerker. Dann, bei einer 20-jährigen Laufzeit eines Kredites bei dinglicher Absicherung, muß der Hausbesitzer noch einmal ca 100% für die Bank entrichten, also noch einmal 300.000,- Euro, dies für eine Kreditprüfung, Wertgutachten, einem möglichen Kreditausfall und für die Kosten der Administration. Diese Kosten liegen aber bei einem Vorgang über 300.000,- Euro bei ca 10.000,- Euro und nicht 300.000,- Euro. Hier würde also der fällige Zins, selbst bei Endfälligkeit der Tilgung, im Jahr ca 650,- Euro betragen. Bei heute üblichen Hypothekenzinsen von 5% fällt aber eine jährliche Zinszahlung von über 15.000,- Euro an.
Jetzt wird gesagt, die Bank erbringe auch eine Leistung und habe ein Risiko. Hierfür sollte sie aber dann auch ganz normal über Gebühren entlohnt werden. Was aber bitteschön hat die erhobene “prozentuale” Gebühr auf eine zu überweisende Geldsumme bei einer Geldüberweisung von einem Land in ein anderes mit Fairness zu tun? Was bitteschön soll die Teilhabe von 5% an jeder erbrachten Leistung, wo die Bank doch selbst erst einmal gar keine Leistung, außer der Erstellung von einem virtuellen Buchungssatz, erbracht hat?
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Fabian, Gib Mir Die Welt Plus 5 Prozent,
ein hervorragender Zeichentrickfilm zur Erklärung von Geld- und Bankenwesen
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4. Ethische Banken
Ein erster Schritt aus der Schockstarre ist einmal die allgemeine Akzeptanz von ethischen Banken. Diese Banken hatten in der Krise 2008 und jetzt auch nie Probleme. Sie mußten nicht unterstützt oder “rekapitalisiert” werden. Als Beispiel sei die “GLS“, “Bank, Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken” in Bochum genannt. Diese legt ihre Schwerpunkte auf Transparenz, auf nachhaltiges und ökologisches Wirtschaften. Sie sind nicht auf hohe Rendite aus, sondern sie investieren in echte Wirtschaft. Hier wird jeder Kreditnehmer und die Kreditbeträge veröffentlicht. Die ethischen und ökologischen Richtlinien bei der Einsetzung ihres Kapitals, und die niedrige Zinserhebung an besonders förderungswürdige Unternehmen schaffen echten Mehrwert. Und es gibt sogar GLS Kunden, welche auf Grund ihres Vermögens genug haben, um gut zu leben und dabei nicht dem “Renditewahn” verfallen sind. 12% der GLS Anleger verzichten auf Grund der ethischen Arbeitsweise der Bank gänzlich auf ihre Zinsen. Dieses Geld erhalten dann besonders förderungswürdige Unternehmen.
“Es ist ein Missverständnis, dass Banken Geld verdienen müssen”, sagt der Vorstandsvorsitzende der GLS. “Wir wollen das Kernbedürfnis befriedigen, den Geldtransfer zu regeln, Geld aufbewahren, Kredite ausreichen”.
5. Wachstumsdruck durch Zinsen — Zinsen und Inflation
Die realen Wirtschaftleistungen eines Staates, das BIP, bilden mittlerweile keinen Gegenwert mehr zu den Spareinlagen. Die Sparrate überflügelt immer mehr die Wachstumsrate. Zinsen werden aber aus der Wirtschaftsleistung bedient. Hier ein Vergleich: Ist das Geldvermögen 100 mal so groß wie die reale Wirtschaftsleistung, bräuchte es das gesamte BIP, um das Geldvermögen - nominell - mit einem Prozent zu verzinsen.
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43 Billionen Euro produziert die Welt an Gütern in der Realwirtschaft. — 440 Billionen werden außerhalb der Börsen ohne Aufsicht auf den Finanzmärkten gehandelt. — Der Handel mit Währungen beträgt 733 Billionen. All dies sucht Rendite.
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6. Die Verschuldung in der EU
Über die Erichtung einer EU geförderten Subventionspolitik, haben manche Personen die Geldtöpfe der EU mißbraucht, um ihre Geschäfte zu machen. Z.B. Autobahnbau in Portugal, auf der nur wenige Autos pro Tag fahren. (Noch nicht einmal jeder Portugiese besitzt ein Auto.) Das 40% (Eigenkapital) zu 60% (Subventions) Modell einer EU Förderung verleitet manchen Bürgermeister, Landesfürsten usw. Projekte anzuschieben, welche einen kommunalen oder auch staatlichen Haushalt schnell überforden. Das einzulösende Eigenkapital wurde auch oft nur über Kredite finanziert, so daß die Rückzahlung aller Verpflichtungen über die zu saldierenden Zinsen unmöglich gemacht wurde. Viele Länder wie z.B. Portugal sind garnicht in der Lage, gemäß ihres realen Wirtschaftseinkommens hier die Zins- und Schuldlast zu begleichen, außer man privatisiert kollektiv erarbeitete Staatsunternehmen. Und hier liegt der Hase im Pfeffer, dies ist das Ziel der Kosmokraten. Es geht um die Privatisierung staatlicher Einrichtungen und nicht um die Entschuldung von Staaten oder auch Personengesellschaften, sondern vielmehr um regelmäßige Zahlungen von Zinsen und Aneignung von historisch kollektiv erarbeiteten Unternehmen wie z.B. Post, Bahn usw. Es ist eine Mär, bei der Privatisierung von z.B. Wasser, eine Verbesserung für den Verbraucher zu garantieren. Der totale Gegensatz ist der Fall: Ein kostenloses Produkt der Natur wird hier in den Besitz wohlhabender Menschen überführt.
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Die horrende herumvagabundierende Geldmenge, welche ein Vielfaches der von der Welt erarbeitetem realen Bruttosozialprodukt entspricht, dieses Geld sucht Rendite. Bei einer zu groß angelegten Subvention über die EU in ein armes Land oder bei einem zu gierigen Investmentbanker ist es wie bei einem Drogenhändler, der seine Kunden anfixt und sie zu Junkies werden läßt. So wachsen und wachsen die Schulden.
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Ein weiteres Beispiel ist z.B. eine Niedrigsteuer Politik für Unternehmen in Irland, welche zunächst neue Unternehmen in das Land brachte, Irland aber trotzdem in die Krise gehen ließ. Dies zeigt den Irrsinn einer quasi Steuerbefreiung für Unternehmen. Die zur Zeit von den Deutschen geforderte Kapitalertragssteuer von 0,01% bzw. 0,05% wird von Lobbyisten in der Luft zerissen. Das Horror Szenario wird beschrieben: Die Investoren gehen in ein anderes Land. Meine Güte, die Welt ist klein. Selbst China hat eine Kapitalertragssteuer von 0,1% eingeführt.
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Übrigens, viele haben vergessen, daß es in Deutschland in den 80ern bereits eine Kapitalertragssteuer bereits gegeben hat. Diese hieß bloß Börsenumsatzsteuer und wurde 1991 unter Helmut Kohl abgeschafft. Auch das oft geforderte Trennbankensystem, welches das Kunden- und Investmentgeschäft der Banken trennen möchte, wurde in den USA nach der großen Krise eingeführt und unter Clinton wieder abgeschafft, bekannt als Glass-Steagull Act, 1932.
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7. Die Verschuldung Global
Staaten der Dritten Welt investieren einen Großteil ihres Bruttosozialproduktes in die Zinslast ihrer Schuldenrückzahlung. “Im Jahr 2005 belief sich die öffentliche Entwicklungshilfe der Industrieländer des Nordens für die 122 Länder der Dritten Welt auf 58 Milliarden Dollar. Im selben Jahr haben die Länder der Dritten Welt den Kosmokraten der Banken des Nordens 482 Milliarden Dollar als Schuldendienst überwiesen.” (Jean Ziegler, Uno Beauftragter der UNO)
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Schon eigenartig, es gibt in Deutschland nur 3,5 Millionen Aktienbesitzer und voll sind die Medien mit deren Interessen.
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8. Zukunft der Kredite, der Sparguthaben und des Zinses
In Zukunft wird es keine Kredit- und Sparzinsen mehr geben, die über 3-4 % gehen. Ein Ausgleich leicht über der Inflationsrate ist am Anfang vielleicht noch möglich. Das Zinsmodell wird abgelöst über eine Kreditgebühr, welche die Kosten der Bank sowie einen Ausgleich der Inflation begleicht. Die Zeiten der Slogans: “Lassen Sie ihr Geld für sich arbeiten” werden endgültig den Dinosaurieren überlassen. Es wird abgelöst von einem: Schauen Sie hin, was mit Ihrem Geld passiert.”
9. Historische Zinsverbote
Bei in früherer Zeit verordneten Zinsverboten muß man beachten, daß sie nur für die eigene Religionsgruppe, also Islam, Juden, Christen Gültigkeit besaß. Für Fremde galt dieses nicht.
I. Zinsverbot im Islam. Im Koran, dessen Autorität bei Schari’a-Bestimmungen traditionell als unanfechtbar angesehen ist, steht in Sure 3, Vers 130 „Ihr Gläubigen! Nehmt nicht Zins, indem ihr in mehrfachen Beträgen wiedernehmt, was ihr ausgeliehen habt!“ Folglich sind sowohl festverzinsliche Wertpapiere wie Anleihen und Renten als auch Einnahmen von Zinsen aus Girokonten und ähnlichen Bankprodukten ausgeschlossen. Hingegen sind alle Erträge akzeptabel, welche auf einem Handel oder einer Investition in ein bestimmtes Produkt beruhen
II. Zinsverbot im Alten Testament: Levitikus 25,36-37: “Du sollst nicht Zins von ihm [deinem Bruder] nehmen und sollst dich fürchten vor deinem Gott, damit dein Bruder neben dir lebt. Dein Geld sollst du ihm nicht gegen Zins geben, und deine Nahrungsmittel sollst du nicht gegen Aufschlag geben.”
III. Zinsverbot im Neuen Testament. Noch 1745 sagte Papst Benedikt XIV.: “Die Sünde, die usura heißt und im Darlehensvertrag ihren eigentlichen Sitz und Ursprung hat, beruht darin, dass jemand aus dem Darlehen selbst für sich mehr zurückverlangt, als der andere von ihm empfangen hat […] Jeder Gewinn, der die geliehene Summe übersteigt, ist deshalb unerlaubt und wucherisch. Dazu heißt es an einer entsprechenden Stelle im Neuen Testament bei Lukas 6.33-35: “Und wenn ihr nur denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank wollt ihr dafür erwarten? Das tun auch die Sünder. Und wenn ihr nur denen etwas leiht, von denen ihr es zurückzubekommen hofft, welchen Dank wollt ihr dafür? Auch die Sünder leihen Sündern in der Hoffnung, alles zurückzubekommen. Ihr aber sollt eure Feinde lieben und Gutes tun und leihen, auch wo ihr nichts dafür erhoffen könnt. …”
Ein ausdrückliches Zinsnahmeverbot gab es im Mittelalter unter Papst Innozenz III. Martin Luther war auch noch dagegen, Calvin dagegen dafür. Innerhalb der katholischen Kirche wurde das Zinsverbot von Papst Pius VIII. in einem Schreiben vom 18. August 1830 an den Bischof von Rennes aufgehoben.
10. Regionalgeld
es gibt sie schon viele Orte, sei es Potsdamm mit seinen Havelblüten, oder Rosenheim mit seinem Chiemgauer und und und…, wo Regionalgeld eine faire Begegnung leisten möchte.
11. Anhang 01
Staatsverschuldung mal einfach erklärt:
11. Anhang 02
Fragen und Antworten und “Welche Fragen werden gestellt” und “Ich möchte gerne wissen” von Erwin Pelzig.
11. Anhang 03
Ein Viertel unserer Steuereinnahmen geht für Zinsen drauf.
11. Anhang 04
Ein Vortrag von Franz Hörmann: Finanzkrise: Symptom einer Systemkrise?
ein sprachliches Bild einer immer um den gleichen Punkt kreisenden Entwicklung:
>> esse - nosse - posse << || >> sein - wissen - vermögen <<
“Der Ausdruck, den wir in Bezug auf die Menge in ihrer politischen Autonomie und ihrer Produktionstätigkeit verwenden wollen, ist das lateinische Verb posse - Macht als Tätigkeit.
Im Renaissancehumanismus stellte die Trias esse-nosse-posse (sein-wissen-vermögen) das metaphysische Herzstück des konstitutiven philosophischen Paradigmas dar, das dann mit der allmählichen Entstehung der Moderne in die Krise geraten sollte.
Die moderne europäische Philosophie neigte in ihren Ursprüngen und in ihren schöpferischen Teilen, die nicht dem Transzendentalismus unterworfen waren, dazu, das posse ins Zentrum der ontologischen Dynamik zu stellen: Posse ist die Maschine, welche Wissen und Sein in einem expansiven, konstitutiven Prozess unauflöslich miteinander verbindet. Als die Renaissance ihr Reifestadium erreicht hatte und an dem Punkt angelangt war, an dem sie mit den Kräften der Gegenrevolution in Konflikt geriet, wurde das humanistische posse zu einer Kraft und zu einem Symbol des Widerstands: bei Bacon im Begriff der inventio oder des Experiments, bei Campanella in der Vorstellung von Liebe und in Spinozas Verwendung des Begriffs der potentia.
Gerade weil dieser metaphysische Begriff im Widerstand fortlebte, wurde er zu einem politischen Terminus. Posse bezieht sich auf die Macht der Menge und ihr Telos, es verkörpert die Macht des Wissens und des Seins, die stets offen gegenüber dem Möglichen ist.” (Empire, Hardt, Negri, 2000, S.414).
Ist es denn wirklich möglich? 2011 versuchen manche Plattfüssler Utopien, Denkansätze, Vorstellungen der Menschheit für nicht mehr menschenwürdig, nicht mehr denkbar einzustufen?! – Kommunismus — verboten, verbrannt, erledigt, träumen diese… aber sie irren sich, alle erdachten Gesellschaftsmodelle gehören der Gemeinschaft, uns und unseren Nachkommen. Sie bilden ein Konglemorat der möglichen Zukunft, wir denken, wir schaffen. Siehe z.B. Robert Diesel beim Denken in der Schaffung des Diesel Motoren und seinem Buch “Solidarismus”, Anfang letzten Jarhunderts geschrieben. Das Buch kenne wenige, die Motoren alle. Was macht ein Genie aus: Verknüpfung von im ersten Augenschein unverknüpfbarer Momente, Unmöglichkeiten verbindend mit einfacher Vision.
Ein Politiker, welcher vor kurzer Zeit gesagt hat: Menschen, die eine Vision haben, sollten zum Arzt gehen, hat leider Recht, er mußte ganz schnell zum Arzt, leider wußte er dies auch, von daher auch diese verquickte Aussage.
Ein Impuls für uns alle sollte der Apostel Lukas sein, der im 2. und 4. Kapitel der Bibel sagt: „Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, das sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam.“ Privateigentum ist hier also für obsolet erklärt und Privateigentum sollte hier vergesellschaftet also einem Gemeinschaftspool verpflichtet werden. Dieser Mann war nicht Josef Stalin sondern nach römisch-katholischer Lesart von Petrus als 1. Papst beschrieben. Den Urkommunismus gab es schon vor Marx, Stalin, der CDU und FDP.
Keiner wird unsere Träume, der Gedanke war immer vor der Realität, brechen.
Oder unser deutsches Grundgesetz, wo unter Artikel 14GG eine Möglichkeit von Enteigung von Privaten zugunsten der Allgemeinhei besteht.
(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.
Welche Kurzdenker haben denn all dieses übersehen. Viele in der Geschichte verlaufende Experimente sind gescheitert. Ein Experiment beinhaltet im Versuch eine Möglichkeit. Der Kapitalismus, ob rheinisch, angelsächsisch oder wie auch immer ist natürlich wie alle Dinge einem zeitlichen Verfallsdatum untergeordnet, so wie der erste liberale Ansatz in der USA unter Sklavenbesitz.
Übrigens für Interessierte: zur Zeit dieses kreativen Zeitalters von Karl Marx gab es viele Denkansätze und Analysen von vielen Genies. Viele sind ungerechtfertigerweise vergessen, vernichtet und mundtot gemacht worden.
Und natürlich: könne wir einen Platon, Christus, Hegel, Bakunin, Marx und alle anderen 2011 besser kommunizieren… wenn wir denn wollen!
Es bleibt viel Arbeit für uns.
Nach Platon heißt es auf die Frage nach dem idealen Staat: „Auf Erden“, so Glaukon, „findet er sich, glaube ich, nirgends.“ Darauf Sokrates: „Aber im Himmel ist er vielleicht als Muster hingestellt für den, der ihn anschauen und gemäß dem Erschauten sein eigenes Innere gestalten will.“
Mal verspüren wir mehr Energie, mal weniger, um unsere Aufgaben und Arbeit zu leisten. Im Arbeitsleben unterliegt das Niveau unseres Energiepegels sowie unsere Gesundheit unter anderem den Variablen “Identifikation zur Arbeit”, “Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten”, “Sinn einer Wertschöpfung durch Arbeit oder Handlung” und vielem mehr. Je nachdem fühlen wir uns besser, [...]
Mal verspüren wir mehr Energie, mal weniger, um unsere Aufgaben und Arbeit zu leisten. Im Arbeitsleben unterliegt das Niveau unseres Energiepegels sowie unsere Gesundheit unter anderem den Variablen “Identifikation zur Arbeit”, “Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten”, “Sinn einer Wertschöpfung durch Arbeit oder Handlung” und vielem mehr. Je nachdem fühlen wir uns besser, [...]
Gestern war mal wieder eine Abstimmung des griechischen Parlamentes über die Forderungen der sogenannten Troika zu den geforderten Sparmaßnahmen. Was mir dabei auffällt, der griechische Militärhaushalt wird nicht angefaßt und die Parlamentsmitglieder, die gegen die Auflagen der Troika gestimmt haben, wurden am nächsten Tag aus ihren Fraktionen ausgeschlossen. Meine Güte, wo lebe ich bloß?
Assamblea vom 20. Oktober 2011
Mittlerweile habe ich einige Leute gesprochen, die sich ein wenig lustig über die “Demokratie Jetzt”, “aCampada Berlin” oder “#OccupyBerlin” Bewegung machen. Manche finden diese Bewegung naiv und fordern eine parlamentarische Auseinandersetzung über unsere gegenwärtigen Probleme. Gut, jeweils 5000 Demonstranten in Frankfurt oder Berlin sind nicht viel, aber [...]
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Zinsen werden u.a. einem eine Leistung erbringendem Schaffenden abverlangt, wenn er zur Realisierung eines Projektes Kapital benötigt. Die Kapitalgeber sind auf dieses Potential, diese kreativen Menschen angewiesen. Sie möchten teilhaben am Mehrwert des Schaffenden. Jetzt ist es eine große Aufgabe monitäre und kreative Kraft zusammenzuführen.
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Mein Artikel “Schulden und Zinsen” oder “Paßt das heutige Geschäftsmodell [...]
Die neuen technokratischen Regierungen in Griechenland und Italien zeigen welch Geistes Kind die nichtgewählten Monti’s (ehemaliger EU Kommisar und Berater von Goldman Sachs*) und Papademos’ses (ehemaliger Chef der griechischen Zentralbank und später Vizepräsident der EZB), eingesetzt über die Finanzindustrie, sind. Es sollen die Experten sein, die nun richten sollen, was EZB (Mario Draghi), IWF (Christine [...]